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3. Platz

Den mit 2.000 EUR dotierten dritten Preis erhielt die Augenoptik Borstel GmbH in Grimmen in Kooperation mit der Kieback & Peter GmbH & Co. KG und dem Planungsbüro Wilfried Lüthen für die Durchführung der Maßnahme „Sanierung eines leerstehenden Kinogebäudes zu einem modernen Geschäftshaus“.

Foto: Brillenhaus Augenoptik Borstel GmbH in Grimmen.
Foto: Brillenhaus Augenoptik Borstel GmbH in Grimmen.


Begründung der Preisvergabe
Die Augenoptik Borstel GmbH hat ihren Sitz in Grimmen (Nordvorpommern) und beschäftigt 11 Mitarbeiter. Im Jahr 2005 hat das Unternehmen das bestehende Optikfachgeschäft mit Verkaufs-, Untersuchungs-, Werkstatt- und Büroräumen zum größten Brillenhaus in Mecklenburg-Vorpommern und einer separaten Arztpraxis mit OP, welche sich in einem Teil eines leerstehenden ehemaligen Kinogebäudes (Baujahr 1930) befanden, aus- und umgebaut. Zur Vergrößerung der Nutzfläche auf insgesamt ca. 400 m2 wurden vorher nicht genutzte Gebäudeteile abgerissen, der restliche Teil saniert und durch ein Neubauteil ergänzt. Im Rahmen des Aus- und Umbaus wurde ein ganzheitliches Energiekonzept umgesetzt, das die Senkung des Primärenergiebedarfs durch energetische Optimierung der Gebäudehülle und Deckung des verbleibenden Bedarfs durch Einsatz effizienter Anlagentechnik und eine optimierte Energieerzeugung und –verteilung umfasst.

Die Außenwände, Kellerdecke und Dachflächen wurden mit einem Wärmeschutz versehen, die neuen Fenster und Türen mit einer Dreifachverglasung ausgestattet. Die vorhandene Gasheizung wurde durch eine Wasser-Wasser-Elektrowärmepumpe mit einem hohen Leistungswert ersetzt. Die notwendige Kühlung der Geschäftsräume erfolgt anstatt durch eine Klimaanlage über ein mit Brunnenwasser beschicktes Kapillarrohrmattensystem unterhalb der Geschossdecke. Das System wird auch zur Beheizung verwendet. Ferner wurden Beleuchtungssanierungsmaßnahmen durchgeführt, u. a. wird der Präsentationsbereich des Optikergeschäfts nunmehr durch den Einbau einer Lichtkuppel mit natürlichem Licht ausgeleuchtet. Zur Steuerung und Regelung des Energieverbrauchs kommt zudem eine Gebäude¬leittechnik zum Einsatz. Durch die beschriebenen Maßnahmen wird der nach der Energieeinsparverordnung zulässige Heizwärmebedarf um ca. 27 % unterschritten. Der Erdgasverbrauch konnte im Vorher/Nachher-Vergleich um ca. 17.700 m³/a (100 %) und der Stromverbrauch um ca. 16.000 kWh/a (25 %) reduziert werden. Die jährliche Energiekosteneinsparung beläuft sich auf 15.400 EUR.

Auch mit diesem Projekt wird beispielhaft aufgezeigt, welche Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Gewerbebereich bestehen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Herauszustellen ist hier ebenfalls der Verzicht auf eine konventionelle Klimaanlage, was eine hohe Multiplikatorenwirkung für ähnlich gelagerte Fälle entfaltet. Ferner wird mit diesem Projekt ein vorbildlicher Beitrag zur Nutzung und Erhaltung alter Gebäudesubstanz in den neuen Bundesländern geleistet.

Weitere Informationen zum 3. Preisträger finden Sie in der Projektbeschreibung (PDF, 42 KB, nicht barrierefrei)

 


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